Resilienz
Resilienz verstehen – Wissenswertes für mehr psychische Widerstandskraft
Resilienz beschreibt die Fähigkeit, schwierige Situationen und Herausforderungen zu bewältigen.
Die Resilienzforschung geht zurück auf Emmy Werner und Ruth Smith, die etwa 700 Kinder, die 1955 geboren wurden, über 40 Jahre beobachteten und dabei herausfanden, dass einige Kinder, die unter ungünstigen Umständen aufwuchsen, trotzdem physisch und psychisch gesund blieben und sozial integriert waren. Sie erforschten von da an, welche Faktoren und Einflüsse sich förderlich auf die Resilienz auswirkten.
Auch heute beschäftigen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Richtungen mit diesen Fragen. Immer häufiger gibt es Studien, die herausfinden wollen, wie Menschen trotz Stress im Alltag ihre physische und psychische Widerstandskraft aufrechterhalten können.
Resilienz kann auch als das Immunsystem unserer Psyche beschrieben werden, sie ist eine persönliche Eigenschaft, aber auch ein dynamischer Prozess, da sie ebenfalls erlernbar ist. Das bedeutet, dass wir die Möglichkeit haben, positiv Einfluss zu nehmen.
Resilienz ist eine persönliche Eigenschaft, aber auch ein dynamischer Prozess, da sie ebenfalls erlernbar ist. Es gibt unterschiedliche Resilienzmodelle – für Prof. Dr. Jutta Heller, u. a. Expertin für Resilienz, gibt es zum Erreichen dieses Ziels die „sieben Schlüssel der Resilienz“:
Optimismus, Akzeptanz, Selbstwirksamkeit, Lösungsorientierung, Eigenverantwortung, Netzwerkorientierung und Zukunftsorientierung.
Durch stetige Veränderungen und der wachsenden Komplexität im Alltag sind wir Menschen darauf angewiesen, uns schnell und flexibel anpassen zu können. Dies gelingt vielen Menschen nicht von allein. Nachweislich nehmen psychische und psychosomatische Erkrankungen am Arbeitsplatz, nicht erst seit Corona, sondern auch der Tatsache geschuldet, dass wir in einer Beschleunigungsgesellschaft leben, zu. Sehr viele Menschen fühlen sich gestresst und überfordert.
Mitarbeitende, Führungskräfte, Schulleitungen und Lehrkräfte sind davon gleichermaßen betroffen, denn die Anforderungen in unterschiedlichsten Institutionen sind in allen Bereichen gestiegen: Digitalisierung, Verwaltungsaufgaben, Dokumentationen, etc.
Zusätzlich hat man oft zu wenig Zeit für Pausen und ein gemeinsames Miteinander. Hier kann die Auseinandersetzung mit Resilienz helfen, sich selbst besser kennenzulernen, seine Ressourcen zu entdecken und diese auch wieder nutzen zu können, Verständnis füreinander aufzubauen und gemeinsam Lösungen zu finden.
Resilienz sollte aber nicht falsch verstanden werden. Es geht keinesfalls um eine Optimierung, um noch mehr leisten zu können, es geht auch nicht um toxischen Optimismus. Die Resilienz zu verbessern, heißt auch Grenzen zu setzen, notwendige Pausen zu machen und vor allem herauszufinden, was jeder Mensch ganz individuell benötigt, um mit den äußeren Bedingungen so umzugehen, dass er gesund bleiben kann.
